DAS OBJET TROUVE -
SO UND NICHT ANDERS -ANDERS UND NICHT SO

So selbstverständlich, wie jeder Betrachter den Fleck an der Schopf wand als Zufallspro- dukt sieht, wird er das Photo davon an so prominenter Stelle wie der Umschlagseite eines Ausstellungskatalogs, für ein bewusst geschaffenes Werk eines Künstlers halten.

Und was am einen Ort schlicht übersehen wird, regt am anderen zur mehr oder weniger eingehenden Betrachtung an, zur Auseinandersetzung, zur Frage nach dem Sinn und zur subj ektiven Stellungnahme -gefällt es mir oder nicht -und lehrt so vielleicht, All tägliches neu zu sehen.

Ein Gedanke, eine zündende Idee, die wie ein roter Faden die Kunst des 20. Jahrhun- derts durchzieht. Seien es nun die klassischen Ready-mades Marcel Duchamps, wie das auf einen Küchenhocker montierte Vorderrad eines Velos, seien es Max Ernsts wunder- bare Collagen, sei es nun Arman, Spoerri oder Rauschenberg, die mit vorgefundenen Objekten unterschiedlichste Werke schufen, immer ging es auch darum, auf Formen und Materialien hinzuweisen, sie in einem anderen Sinnzusammenhang erkennbar zu machen.

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