Vorwort



So liegt der Zauber des wirklichen Begreifens darin, dass wir etwas Alltägliches neu sehen. Wir gleichen Schlafenden, die immer schon von dem, was ihnen eines Tages be- deutungsvoll erscheint, umgeben sind. Zu dem wirklichen Begreifen erwacht man und stellt erst nachträglich Beziehungen her. Wie grosse Männer ihrer Zeit voraus sein müssen, um die Entwicklung zu fördern, so muss jeder einzelne Mensch in irgendeinem Teil über sich selbst hinausragen, um werden zu können. Und wenn es heisst «Erkenne dich selbst», so ist es nur so möglich, dass wir auf uns selber schauen aus einer Höhe, in die wir noch erst hineinwachsen werden. In diesem überwirklichen Reich liegt auch der Punkt, nach dem Archimedes rief, um die Welt aus den Angeln zu heben. In dem was verborgen ist und ruht, liegt der Hebel zu dem, was offenbar ist und sich bewegt. Alles, was lebendig ist, ist immerfort sich selbst voraus. Nur so lange ist es lebendig.  
Hugo Kükelhausus  

© by Ernst Tinner CH-9011 St. Gallen

 

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