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Projektbeschrieb und künstlerische Zielsetzung:

Das Projekt trägt den Namen Hieros Gamos und ist eine die verbale Sprachebene übersteigende Kommunikationsform. Hieros Gamos ist ein interaktives Bild und besteht aus einem manuellen und einem elektronischen Teil.

Der manuelle, haptische Teil hat drei Ebenen: Ebene 1 ist das eigentliche Bild, eingeteilt in 16 Quadrate, Rückseite weiss. Ebene 2 ist das gleiche Bild, seitenverkehrt, ebenfalls 16 Quadrate, Rückseite weiss. Ebene 3 ist der Farbteil und besteht aus 64 Quadraten. Alle Quadrate sind frei dreh-, kipp- und allseitig für eine neue Bildgestaltung auf allen drei Ebenen verwendbar.

Der manuelle Teil ist sinnlich erfassbar, d.h. aus dem traditionellen Bildbetrachter wird ein Mitgestalter, der in das Bild hineingehen, es berühren, mit den Händen manipulieren, die vielen Teile auseinandernehmen, nach seiner Phantasie auf immer neue Art zusammenstellen kann.

Damit ist die künstlerische Zielsetzung definiert: Anregung und Aufforderung an den Einzelnen, Betrachter zu sein, der seine persönliche Sicht im Umgang mit einem Kunstobjekt aktiv einbringen soll. ( Im Sinne einer kollektiven Kreativität)

Im analog aufgebauten, elektronischen Teil des Hieros Gamos wird die Tendenz, am Computer kreativ zu wirken, aufgenommen, wobei die gleichen Optionen gelten wie beim manuellen Bildsatz. Die Verwendung am PC fordert also auch die bildnerische Gestaltungskraft des Benutzers, wobei sein Unterhaltungscharakter eher sekundärer Natur ist.

Die Anwendung des Computerprogramms entspricht in etwa der künstlerischen Entwurfsarbeit, wobei die Schnelligkeit des Wandels von Konfigurationen in Analogie zur Wechselhaftigkeit unserer Gedanken und Vorstellungen steht.

Das Bild Hieros Gamos ist nicht nur Spiel, sondern auch Mittel und Werkzeug für die Arbeit mit Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen. Frei wie ein Künstler sollte sich der Benutzer/Spieler fühlen, Ideen und Assoziationen führen uns mitten hinein in unsere Bilder und Spiele. Sie sollen anregen, um selbst kreativ zu werden.

Die erstmalige Präsentation des Bildes Hieros Gamos im Waaghaus St. Gallen, November 1996, (Patronat: Kunstverein St. Gallen, Stadt St. Gallen, GSMBA Ostschweiz) ist in Kunstkreisen und Schulen, bei Lehrern und in Familien auf grosses Interesse und Anerkennung gestossen.
 

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